Heilpädagogische Forschung

 
Editorial von Herbert Goetze aus: Heilpädagogische Forschung Nr. 1 2006

Editorial als Audio hören!

Liebe Leserin und lieber Leser der Heilpädagogischen Forschung,

mit dieser ersten Ausgabe der Heilpädagogischen Forschung des Jahres 2006 erwarten Sie einige Änderungen, die vermutlich auf Ihr Interesse stoßen werden.

Wir hatten vor einiger Zeit die Kategorien Hochschuldidaktische Fragen und Glossar eingeführt, die Ihr Wohlwollen gefunden haben. Neu ist nun die Kategorie Internetseiten , mit der Ihnen die Möglichkeit gegeben wird, bei vertieften Interesse Websites aufzuschlagen, die mit der Thematik der Beiträge in einem engen inhaltlichen Zusammenhang stehen. Eine weitere Neuerung wird sein, dass Sie auf unserer Website heilpaedagogischeforschung.de die Inhalte abrufen können, die früher nur den Abonnenten des Newsletters vorbehalten waren, nämlich die Hochschuldidaktische Seite, Rezensionen, Neue Bücher und Ankündigungen. Wir wollen uns auch bemühen, das Editorial in jeder Ausgabe auditiv im Internet abzuspeichern, so dass Sie nun auch hören können, was Sie im aktuellen Heft erwartet.

Mit diesen Serviceangeboten möchten wir noch mehr Interessenten f ü r unsere Fachzeitschrift gewinnen, und das aus gutem Grund: In Zeiten der Ressourcenverknappung neigen immer mehr öffentliche Hochschulbibliotheken dazu, wichtige Fachzeitschriften abzubestellen. Damit erweisen die Bibliotheken mittel- und langfristig ihren eigenen Beständen und natürlich den Wissenschaftlern und Studierenden einen Bärendienst. Für uns bleibt es nahezu unverständlich, wenn Hochschulen, an denen Heil- bzw. Sonderpädagogik studiert werden kann, unsere und andere einschlägige Fachzeitschriften nicht führen. Wie sollen sich Studierende fachlich auf dem Laufenden halten, wenn ihnen der Zeitschriftenzugang verwehrt wird? Persönlich halte ich solche Einspartendenzen für skandalös. Mein Appell an die interessierten Studierenden der Sonder- bzw. Heilpädagogik lautet: Fragen Sie in Ihrer Bibliothek z.B. nach der Heilpädagogischen Forschung, und wenn diese nicht im Bestand ist, dann fordern Sie Ihren Professor bzw. die Bibliotheksleitung vehement dazu auf, diese und die anderen Zeitschriften zu bestellen, um diesem Skandal der Nicht-Zugänglichkeit zu wissenschaftlichen Basisinformationen ein Ende zu bereiten. – Übrigens gilt unser Angebot an mögliche private Abonnement-Interessenten weiterhin: Bestellen Sie die Zeitschrift im Abo, und Sie erhalten vier vorangegangene Ausgaben portofrei zusätzlich ins Haus geliefert.

Auch diese Ausgabe enthält empirische Forschungsbeiträge zu zentralen Fragestellungen unserer Disziplin. An erster Stelle wird Klaus Sarimski eine Arbeit zu Freundschaftsbildungen von Kindern mit geistiger Behinderung vorlegen, anlässlich derer 90 Eltern und 80 Erzieher mit standardisierten Erhebungsinstrumenten nach sozialen und kommunikativen Kompetenzen sowie Verhaltensauffälligkeiten der Kinder befragt worden sind. Seine Ergebnisse zeigen überraschenderweise, dass nicht der Grad der Behinderung oder die Sprachfähigkeit des Kindes für die Freundschaftsbildung entscheidend sind, sondern spezifische, identifizierbare soziale Kompetenzen. An zweiter Stelle wird der ehemalige Mitherausgeber der Heilpädagogischen Forschung , Karl Josef Klauer, einen wichtigen Beitrag über die Erfassung des Lernfortschritts von Kindern mit Lernschwächen durch curriculumbasierte Messung, wie diese schon länger in den USA praktiziert wird, leisten und die Vorzüge dieser Verfahren herausstellen, die v.a. darin bestehen, dass Lernverläufe über längere Zeitspannen abgebildet werden und die Tests streng auf die Lehr-Lern-Ziele ausgerichtet sind, wodurch frühzeitig erkannt werden kann, ob Lehr-Lern-Prozesse wie geplant fortschreiten. An dritter Stelle werden Karin Landerl und Ewald Moser von der Universität Salzburg ihre Untersuchung zur Wirksamkeit der dort durchgeführten Lesepartnerstudie zur Verbesserung der Leistungen leseschwacher Schüler vorstellen und finden zu einem beachtlichen Ergebnis. Schließlich wird Rimmert van der Kooij aus den Niederlanden – zusammen mit Carolin Hegner – eine kleinere empirische Untersuchung zu Imitationshandlungen von Kindern mit und ohne Autismus vorstellen, die zu einem Ergebnis führte, das für die sonderpädagogische Förderung von Bedeutung sein dürfte.

Mit diesen Beiträgen sowie mit Buchrezensionen und Ankündigungen wissenschaftlicher Veranstaltungen wird die erste Ausgabe der Heilpädagogischen Forschung des Jahres 2006 sicherlich ein breites Leseinteresse finden,

Ihr

Herbert Goetze
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aktualisiert am 22.03.2006