Heilpädagogische Forschung

 
Freundschaften und soziale Ablehnung von Kindern mit geistiger Behinderung in ihrer Peer-Gruppe
aus: Heilpädagogische Forschung Nr. 1 2006
von Klaus Sarimski

Probleme mit Gleichaltrigen sind bei Kindern mit geistiger Behinderung sehr weit verbreitet. Es wird über eine Befragung von 90 Eltern und 80 Erziehern berichtet, in der mit standardisierten Erhebungsinstrumenten soziale und kommunikative Kompetenzen sowie Verhaltensauffälligkeiten der Kinder beurteilt werden sollten. Diese Einschätzungen werden in Beziehung gesetzt dazu, ob das betreffende Kind einen Freund oder festen Spielpartner hat und wie häufig es soziale Ausgrenzung erfährt. Die Ergebnisse zeigen, dass nicht der Grad der Behinderung oder die Sprachfähigkeit des Kindes entscheidend für das Finden von Freunden sind, sondern spezifische soziale Kompetenzen wie soziale Initiative, Interesse an nachahmendem Spiel, Kooperationsbereitschaft und emotionale Selbstregulation. Kinder mit autistischen Verhaltensmerkmalen sind stärker von sozialer Ausgrenzung bedroht. Der systematischen Förderung sozialer Kompetenzen kommt ein hoher Stellenwert in der Elternberatung und pädagogischen Praxis zu.

Schlüsselwörter: Behinderung, Autismus, soziale Kompetenzen, soziale Beziehungen

Friendship and social rejection in children with intellectual disabilities in their peer-group. A high risk of social relationship problems exists in children with intellectual disabilities. We present data from a survey of 90 parents and 80 teachers who report on social and communicative competence and behavioral problems in combination with data on positive relationships vs. victimization in their peer group. The results suggest that positive relationships do not depend primarily on the degree of intellectual handicap or language disability, but on specific social competencies like social initiative, interest in imitation, cooperation and emotional self-control. Children with autistic behaviors have a higher risk for social exclusion. Teaching social competence should have a high priority in parental counseling and educational work.

Keywords: Mental retardation, autism, social competence, social relationships

zur Übersicht des Jahrgangs 2006
pic/blindgelb.gif (103 Byte)
zurück zum Kopf der Seite
aktualisiert am 22.03.2006