Heilpädagogische Forschung

 
Imitationshandlungen von Kindern mit und ohne Autismus
aus: Heilpädagogische Forschung Nr. 1 2006
von Rimmert van der Kooij und Carolin Hegner

Die Imitation hat als Untersuchungsgegenstand bisher relativ wenig wissenschaftliche Aufmerksamkeit gefunden, obwohl manche Ergebnisse überraschend sind, wie z.B., dass Mädchen während des Spiels doppelt so viel Imitationsverhalten zeigen wie Jungen. Theoretisch in der modernen Kognitionspsychologie verankert kommt das Konzept der Produktion (betrifft Wenn-Dann-Regeln) zum Tragen, andererseits interessieren topografische Vorstellungen zu der Frage, wie Imitationsprozesse ablaufen. Dabei wird zwischen irreflexiver und reflexiver Imitation unterschieden. In der vorliegenden experimentellen Vergleichsuntersuchung wurden einfache Imitationsspiele mit autistischen und nicht-autistischen Kindern durchgeführt. Mit Hilfe von eigens für diesen Zweck konstruierten Beobachtungsskalen wurde festgestellt, dass autistische Kinder weniger imitieren als jüngere nicht-autistische Kinder. Die Ergebnisse k ö nnen die Diskussion über den Einfluss endogener Faktoren, wie der Imitation, auf die Entwicklung bereichern und die Grenzen sonderpädagogischer Interventionsmöglichkeiten aufzeigen.

Schlüsselwörter: Angeborene Merkmale, allgemeine und spezifische Produktionen, reflexive und irreflexive Imitation, Puffer, Kurzzeitgedächtnis, prozedurales Langzeitgedächtnis, generated abstract memory, Autismus, Fingerspiele

Imitation behavior of children with and without autism. In science the phenomenon of imitation received relatively little attention, though girls show double as much imitation play behaviors than boys. Theoretically founded in the modern cognitive psychology the concept of productions (when-then-rules) is of major interest, and also, topographically, how imitation processes function. A difference is made between reflexive and irreflexive imitation. A comparative experimental investigation was conducted with autistic and non autistic children using simple finger games. By applying observation scales it was found that autistic children imitate less than younger non autistic children. The results might be discussed in terms of influence of endogenetic factors, as imitation, on development, and possible limitations in trying to change certain behaviors within special education settings.

Keywords: Endogenous factors, general and specific productions, reflexive and irreflexive imitation, buffer, short term memory (STM), procedural long term memory, generated abstract memory (GAM), autism, finger plays

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aktualisiert am 22.03.2006