Heilpädagogische Forschung

 
Erprobung einer phonologisch, multisensorischen Förderung bei jungen Schülern mit Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten
aus: Heilpädagogische Forschung Nr. 2 1991
von Heinz Wimmer und Michael Hard

Die vorliegende Studie untersucht die Wirksamkeit des phonologisch, multi-sensorischen Förderansatzes nach Bradley (1980) und Bryant & Bradley(1985) bei einer Gruppe von 10 lese-rechtschreibschwachen Schülern der 2.Klasse Volksschule. Nach 20 Stunden individueller Förderung waren die Leistungssteigerungen dieser Kinder nicht über denen einer unbehandelten Kontrollgruppe. Die Ursache für dieses Ergebnis dürfte darin liegen, daß die geförderten Kinder trotz ihrer Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten bereits vor der Förderung mehrheitlich zum lautierenden Lesen und zum lauttreuen Schreiben fähig waren, was mit der phonemischen Transparenz der deutschen Orthographie zusammenhängen dürfte. Bei einem Kind, welches diese Anfangsstufe des Schriftspracherwerbs nicht bewältigt hatte, wurde ein eindrucksvoller Fortschritt durch die Förderung festgestellt.

The present study evaluated the phonological, multisensory remediation program of Bradley(1980) and Bryant & Bradley (1985) with a group of 10 dyslexic second graders. After 20 hours of individual tutoring the improvement of the remediation group was not better than that of a group of 10 control children. A possible explanation for this failure is that many of the present children were able for recording based reading and writing even before remediation. This seems to be due to the phonemic transparency of the German orthography. In one case without any indirect reading and spelling strategies there was a dramatic improvement.

zur Übersicht des Jahrgangs 1991
pic/blindgelb.gif (103 Byte)
zurück zum Kopf der Seite
aktualisiert am 30.01.2003