Hyperaktive Verhaltensweisen
bei Kindern und Möglichkeiten einer verhaltenstherapeutischen Intervention
bei ihren Eltern
aus: Heilpädagogische Forschung Nr. 4 1993
von Ingeborg Wagner, Christian Kellner, Magdalene Kellner,
Karin Kröger und Angelika Skupnik-Henssler
Es wird über eine Reihe von vier aufeinander aufbauenden Untersuchungen
berichtet, deren Ziel es war, erhaltenstherapeutische Hilfen für
verbesserte Interaktionen in Familien mit einem "hyperaktiven" Kind
zu entwickeln. Zunächst werden medizinische und lernpsychologische
Erklärungsansätze für das "Hyperaktivitäts"-Problem kurz diskutiert.
Aus der hier bevorzugten sozialwissenschaftlichen-lerntheoretischen
Position heraus werden Thesen zur Definition und zur Erklärung und
Modifikation hyperaktiver Verhaltensweisen abgeleitet. Auf den Annahmen
über eine interaktions-genetische Entstehung hyperaktiver Verhaltensweisen
gründen das methodische Vorgehen bei der Analyse von Eltern-Kind-Interaktionen
und die Hypothesen zur möglichen Veränderung der störenden Verhaltensweisen
durch Beeinflussung der Interaktionen. Als Beispiel werden Ergebnisse
der Beobachtung einer Mutter mit ihrem Sohn beim Hausaufgabenmachen
und Ergebnisse des Elterntrainings exemplarisch dargestellt, analysiert
und im Kontext zweier weiterer Einzelfallstudien diskutiert. Die
Möglichkeiten einer Durchführung von Elterntrainings in Gruppen
werden geprüft
This paper discusses a series of three successive experiments which
were planned to develop better interactions in families with a "hyperactive"
child by means of behavior therapeutic training. First, medical
and learning aspects of the "hyperactivity" problem are briefly
discussed. It is shown how the conceptualizations of social learning
theory can be used to derive hypotheses in order to define, explain,
and modify hyperactive behaviors. Assuming that the development
of hyperactive behavior is influenced by family interactions, it
is argued that parent-child-interactions have to be analyzed in
order to eventually change the symptoms by changing the family interactions.
As an example, results of observing a mother and her son in the
situation of doing homework together are presented. The training
results are briefly demonstrated and discussed in the context of
two prior similar training experiments. We finally examine the question
of how to train parents in small groups.