| Der vorliegende übersichtsartikel untersucht das
Bedingungsgeflecht an Variablen, die Schulabsentismus auslösen bzw. aufrechterhalten.
Nach einer begrifflichen Klärung werden methodische Probleme der Erfassung von
Schulabsentismus erörtert, bevor verschiedene schülerbezogene Variablen, Systemvariablen
der Schule und Beziehungsvariablen auf ihren Einfluß hin befragt werden. Während die
Absentismusraten mit dem Alter der Schüler tendenziell zunehmen, sind die Ergebnisse zu
geschlechtsspezifischen Effekten widersprüchlich. Hinsichtlich der Milleuvariablen
scheint sich eine deutliche überrepräsentanz der Unterschicht abzuzeichen, die sich
besonders als Schulschwänzen bemerkbar macht. Im Kontext Schule ist auffällig, daß sich
die Fehlzeiten ungleich über die Schulstunden, Wochentage und das Schuljahr verteilen.
Deutliche Zusammenhänge bestehen auch zwischen dem Absentismusaufkommen und der
Schulqualität, zwischen Absentismushäufigkeit und Schulform sowie zwischen Absentismus
und Schulleistungsversagen. In der Regel läßt sich bei großen Teilen der
Schulabsentisten ein ausgeprägtes Schulleistungsversagen feststellen.
Grundlegend finden wir gestörte Schüler-Lehrer-, häufig belastete Eltern-Lehrer- und
nicht minder problematische Schüler-Eltern-Beziehungen. Zusammen-hänge lassen sich auch
für Schulschwänzen und aggressives Verhalten, Delinquenz und Drogenkonsum nachweisen.
Die Bedeutsamkeit der Absentismusproblematik verdeutlichen die langanhaltenden
Auswirkungen bis ins Erwachsenenalter. |
This review examines which variables elicit, sustain or
reinforce school absenteeism.
First, we discuss issues of terminology and methodology. Second, we offer an analysis of
important factors contributing to school refusal or truancy, e.g. personality, school
environment, social interaction, and relations.
The results indicate that we must discriminate among several forms of school absenteeism.
Additionally, its quality and quantity vary with scientific categorization. The review of
literature also shows that rates of absenteeism go up with increasing age. Regarding
gender differences, inconsistent results have been found. Clearly, in lower social dasses
there is more truancy than in the middle dass. Rates of absenteeism vary in the course of
a school day, during days of the week, and during a school year.
Furthermore, there seems to be a strong relationship between absenteeism and both quality
and type of school. Most absentees lack academic skills compared to good attenders. The
student-parent, student-teacher, and parent-teacher relationships of frequently truant
students are generally poorer compared to controls. There seems to be a significant
relationship between truancy on the one hand, and aggressive behavior; delinquency, and
drug abuse on the other. School absenteeism has long term consequences on success and life
management in adulthood. |