Editorial Nr. 3 1997
Von Herbert Goetze
Das Ihnen hier vorliegende Heft 3/1997 der HEILPäDAGOGISCHEN FORSCHUNG belegt mit
seinem pünktlichen Erscheinen, daß die zunächst stürmischen Zeiten des überganges der
Herausgeberschaft durch die Universität Potsdam allmählich von einer Routine abgelöst
werden, die es ermöglicht, den kommenden Herausforderungen mit größerer Gelassenheit
gegenüberzutreten.
Daß die inhaltliche Qualität der HEILPäDAGOGISCHEN FORSCHUNG gewahrt bleiben konnte,
ist auch ein Verdienst des Fachbeirates, für die die Professoren Borchert, Neukäter und
Schuck gewonnen werden konnten. Nicht allen Leserinnen und Lesern der HEILPäDAGOGISCHEN
FORSCHUNG sind vielleicht Werdegang und wissenschaftliche Verdienste der Beiratsmitglieder
bekannt, deshalb möchte ich Ihnen die Mitglieder gern persönlich vorstellen.
Prof. Dr. Johann Borchert, geb. 1943, hat ein Studium der Psychologie an den
Universitäten Hamburg und Marburg absolviert und mit einem Diplom in Marburg
abgeschlossen. Er hat an der Pädagogischen Hochschule Ruhr 1974 promoviert und sich 1980
an der Universität Dortmund habilitiert. Seit 1981 ist er Professor für Allgemeine
Heilpädagogik an der Pädagogischen Hochschule Kiel, die jetzt Teil der Universität Kiel
ist. Seine wissenschaftlichen Arbeitsschwerpunkte waren zunächst in der
Erziehungsstilforschung lokalisiert. Später wandte er sich intensiv der
sonder-pädagogischen Diagnostik und dem Lehrertraining zu, bevor er auf dem Gebiet der
Allgemeinen Heilpädagogik tätig wurde. Schulische Integration behinderter und
nichtbehinderter Kinder gehörten anschließend zu seinen Interessengebieten, sowie
momentan pädagogisch-therapeutische Interventionen bei sonderpädagogischem
Förderbedarf. Diese Schwerpunkte sind auch in seinen zahlreichen Publikationen
ausgewiesen.
Prof. Dr. Karl-Dieter Schuck, ebenfalls Jahrgang 1943, war nach seinem Studium der
Psychologie zunächst im Deutschen Institut für Intenationale Pädagogische Forschung
tätig, wechselte dann 1971 als Assistent von Dietrich Eggert an die Pädagogische
Hochschule Hannover und beteiligte sich dort bis 1980 an der Ausbildung von
Sonderschullehrerinnen
nd Sonderschullehrern. 1980 übernahm er in Hamburg eine Professur für
Sonder-pädagogische Psychologie, die er bis heute innehat. Seine Arbeitsschwerpunkte sind
seit Beginn der Tätigkeit in der Behindertenpädagogik unterschiedlichen
entwicklungspsychologischen, unterrichtlichen, schulorganisatorischen und
test-theoretischen Fragen zuzuordnen. Leitend sind Fragen der förderlichen Kooperation
mit behinderten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in pädagogischen Kontexten. Zwei
Forschungsprojekte haben ihn in den letzten Jahren besonders beschäftigt: die Entwicklung
pädagogischer Hilfen für schwerhörig gewordene und ertaubte Erwachsene und die
Begleitung des Schulversuchs Integrative Regelklassen in Hamburg.
Prof. Dr. Heinz Neukäter (geb. 1944) ist ausgebildeter Grund- und Hauptschullehrer mit
einem Diplom-Abschluß in Pädagogik. Nach einem Aufbaustudium der Sonderpädagogik an der
Pädagogischen Hochschule Ruhr in Dortmund ist Prof. Neukäter mit der Vertretung einer
Wissenschaftlichen Assistentenstelle bei Prof. Benkmann im Fachgebiet
Erziehungsschwierigenpädagogik betraut worden. Seine im Jahr 1976 abgeschlossene
Dissertation beschäftigte sich mit dem Aufbau von Selbststeuerung bei
verhaltensgestörten Schülerinnen und Schülern. Als Akademischer Rat hat sich Prof.
Neukäter dann mit Problemen der Unterrichtung und der Zielgruppen (Hyperaktivität,
Aggressivität) auseinandergesetzt und war führend bei der Einführung von Konzepten der
Verhaltensmodiflkation im Rahmen schulischer Erziehungshilfe beteiligt. Seit 1992 vertritt
Prof. Neukäter das Fach Sonderpädagogik unter besonderer Berücksichtigung der
Pädagogik bei Verhaltensstörungen an der Universität Oldenburg. Seitdem sind neben
zahlreichen Aufsätzen in Fachzeitschriften und Monographien einige
Buchpublikationen erschienen, in denen er als Autor oder Herausgeber mitgewirkt hat, z.B.
im Handbuch der Sonderpädagogik Bd. 6 oder im jüngst erschienenen Standardwerk zum
selbstverletzenden Verhalten bei geistiger Behinderung.
Der Kollege Neukäter zeichnet insbesondere aber auch für die Veranstaltung
internationaler Kongresse zur Sonderpädagogik/Verhaltensgestörtenpädagogik
verantwortlich, die von ihm regelmäßig im Abstand von zwei Jahren an der Universität
Oldenburg organisiert werden. Die aufmerksame Leserschaft der HEILPäDAGOGISCHEN FORSCHUNG
wird in diesem Heft einen Veranstaltungshinweis auf den nächsten Oldenburger Kongreß im
Frühjahr 1998 entdecken. Für persönliche Abonnenten der HEIL-PäDAGOGISCHEN FORSCHUNG,
aber auch für die, die zum Abonnement entschlossen sind, bietet der Kongreß als
besonderen Anreiz einen Nachlaß auf die Tagungsgebühren. Lassen Sie sich also dazu
verleiten, an einem der größten Fachkongresse des Jahres 1998 teilzunehmen und zu den
regelmäßigen Beziehern der HEILPäDAGOGISCHEN FORSCHUNG zu gehören, um
fachlich auf dem laufenden zu bleiben!
Ihr
Herbert Goetze
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