Heilpädagogische Forschung

  Editorial aus: Heilpädagogische Forschung Nr. 1 1998
Von Herbert Goetze
 

Heft 1 des 24. Jahrganges der Heilpädagogischen Forschung erreicht Sie einige Wochen später als geplant; den Grund dafür haben Sie bereits dem äußeren Umschlagblatt entnehmen können: Ab sofort ist die Heilpädagogische Forschung auch im Internet abrufbar. Wir wollten diese Ausgabe erst an Sie ausliefern, nachdem wir in der Lage waren, eine gesicherte Mitteilung über die Internet-Einbindung der Heilpädagogischen Forschung machen zu können. Ab sofort ist unser Publikationsorgan also mit einer virtuellen Ausgabe im Internet vertreten. Sie erreichen uns gegenwärtig unter der Adresse: http://www.unipotsdam.de/u/sonderpaed/hpf/index.htm.

Was wird Ihnen konkret im Internet durch uns angeboten?

1. Wir bieten Ihnen Titel und Abstracts sämtlicher Forschungsbeiträge (vorerst: der letzten beiden Jahrgänge), und zwar in deutscher und englischer Version. Damit wird insbesondere ein Service für unsere Autoren geleistet, deren Arbeiten noch stärker als bisher internationale Beachtung finden werden.

2. Wir bieten Ihnen daneben bequeme Recherchemöglichkeiten mit Hilfe von Suchbegriffen und Autorennamen. Wer sich also z.B. im Rahmen wissenschaftlichen Arbeitens auf der Suche befindet, wird hier fündig werden!

Darüber hinaus beabsichtigen wir, die NetzAusgabe der Heilpädagogischen Forschung zu einem Sprungbrett für Themen unserer Fachdisziplin auszubauen. Mehr dazu werde ich Ihnen im Editorial der nächsten Ausgabe mitteilen.

Was wir Ihnen allerdings noch nicht anbieten können, sind vollständige virtuelle Ausgaben der Heilpädagogischen Forschung. Wenn Sie an den vollständigen Beiträgen interessiert sind, werden Sie weiter auf die Papier-Version zurückgreifen müssen. Ein Abonnement der Heilpädagogischen Forschung im Internet ist von uns zwar ins Auge gefaßt, wird allerdings nicht mit dem traditionellen Abonnement konkurrieren - im Gegenteil: Wer sich in diesen Tagen zu einem traditionellen Jahresabonnement der Heilpädagogischen Forschung entschließt, kommt in den Genuß kostenfreier Zusatzlieferungen.

Damit ist die Heilpädagogische Forschung die erste überregionale Fachzeitschrift im Bereich der allgemeinen Behindertenpädagogik unseres Landes, die diesen kostenfreien Service für die Autoren- und Leserschaft anbieten kann. Auch wenn die „Informationszukunft" schon begonnen hat, so sind die Einzelschritte doch noch recht mühselig zu gehen; unser Internet-Helfer Klaus Höpner hat dankenswerterweise diese mühselige Kleinarbeit für uns übernommen.

Leider muß ich Ihr Augenmerk auch auf einen weniger erfreulichen Ereignistrend richten: Die Situation der universitären Behindertenpädagogik verschlechtert sich zusehends und gravierend von Monat zu Monat. Hilferufe erreichen uns nicht nur aus sämtlichen neuen, sondern auch aus den alten Bundesländern:

  • Vakante Mitarbeiterstellen werden nicht wiederbesetzt - wie in Potsdam;
  • die Zahl der Professuren wird extrem reduziert - wie in Berlin;
  • Studienorte werden - ohne Rücksicht auf Erreichbarkeit und historisches Gewachsensein zusammengelegt - wie in Kiel.

Einen besonderen Schildbürgerstreich leistet man sich in diesem Zusammenhang gegenwärtig in Brandenburg: Ein Institut für Sonderpädagogik ist kürzlich erst aus Solidaritätsmitteln des Westens eingerichtet, ausgebaut und etabliert worden. Der zuständige Minister tritt nun von einer noch vor wenigen Monaten gegebenen Versicherung zurück und dekretiert, daß die Ausbildung in Sonderpädagogik durch die Berliner Hochschulen übernommen wird. Man kann sich nur noch darüber wundern, wie deutlich hier auf die Vergeßlichkeit des Steuerzahlers gesetzt wird. Aber es ließen sich weitere Beispiele für Entkoppelungs- und Entsolidarisierungstendenzen aufführen, wofür unser Publikationsorgan allerdings nur eine unvollkommene Informationsplattform darstellen kann.

Für uns und für Sie, liebe Leserin und lieber Leser der Heilpädagogischen Forschung, können die beklagten Tendenzen nur ein Ansporn sein, die wissenschaftlich etablierte Behindertenpäd-agogik weiter zu stützen und zu fördern; denn letztlich zählt in Zeiten, in denen die Bildungs- und Wissenschaftspolitik den Naturwissenschaften wissenschaftliche Priorität zuordnet, letztlich allein die wissenschaftliche Leistung, und diesem Kriterium fühlt sich die Heilpädagogische Forschung verpflichtet. Auch in diesem Heft werden Sie wiederum wissenschaftliche „Leckerbissen" der Be-hindertenpädagogik vorfinden.

Ihr Herbert Goetze

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aktualisiert am 30.01.2003