| Heft 1 des 24. Jahrganges der
Heilpädagogischen Forschung erreicht Sie einige Wochen später als geplant; den Grund
dafür haben Sie bereits dem äußeren Umschlagblatt entnehmen können: Ab sofort ist die
Heilpädagogische Forschung auch im Internet abrufbar. Wir wollten diese Ausgabe erst an
Sie ausliefern, nachdem wir in der Lage waren, eine gesicherte Mitteilung über die
Internet-Einbindung der Heilpädagogischen Forschung machen zu können. Ab sofort ist
unser Publikationsorgan also mit einer virtuellen Ausgabe im Internet vertreten. Sie
erreichen uns gegenwärtig unter der Adresse:
http://www.unipotsdam.de/u/sonderpaed/hpf/index.htm.
Was wird Ihnen konkret im Internet durch uns angeboten?
1. Wir bieten Ihnen Titel und Abstracts sämtlicher Forschungsbeiträge
(vorerst: der letzten beiden Jahrgänge), und zwar in deutscher und englischer Version.
Damit wird insbesondere ein Service für unsere Autoren geleistet, deren Arbeiten noch
stärker als bisher internationale Beachtung finden werden.
2. Wir bieten Ihnen daneben bequeme Recherchemöglichkeiten mit Hilfe
von Suchbegriffen und Autorennamen. Wer sich also z.B. im Rahmen wissenschaftlichen
Arbeitens auf der Suche befindet, wird hier fündig werden!
Darüber hinaus beabsichtigen wir, die NetzAusgabe der
Heilpädagogischen Forschung zu einem Sprungbrett für Themen unserer Fachdisziplin
auszubauen. Mehr dazu werde ich Ihnen im Editorial der nächsten Ausgabe mitteilen.
Was wir Ihnen allerdings noch nicht anbieten können, sind
vollständige virtuelle Ausgaben der Heilpädagogischen Forschung. Wenn Sie an den
vollständigen Beiträgen interessiert sind, werden Sie weiter auf die Papier-Version
zurückgreifen müssen. Ein Abonnement der Heilpädagogischen Forschung im Internet ist
von uns zwar ins Auge gefaßt, wird allerdings nicht mit dem traditionellen Abonnement
konkurrieren - im Gegenteil: Wer sich in diesen Tagen zu einem traditionellen
Jahresabonnement der Heilpädagogischen Forschung entschließt, kommt in den Genuß
kostenfreier Zusatzlieferungen.
Damit ist die Heilpädagogische Forschung die erste überregionale
Fachzeitschrift im Bereich der allgemeinen Behindertenpädagogik unseres Landes, die
diesen kostenfreien Service für die Autoren- und Leserschaft anbieten kann. Auch wenn die
Informationszukunft" schon begonnen hat, so sind die Einzelschritte doch noch
recht mühselig zu gehen; unser Internet-Helfer Klaus Höpner hat dankenswerterweise diese
mühselige Kleinarbeit für uns übernommen.
Leider muß ich Ihr Augenmerk auch auf einen weniger erfreulichen
Ereignistrend richten: Die Situation der universitären Behindertenpädagogik
verschlechtert sich zusehends und gravierend von Monat zu Monat. Hilferufe erreichen uns
nicht nur aus sämtlichen neuen, sondern auch aus den alten Bundesländern:
- Vakante Mitarbeiterstellen werden nicht wiederbesetzt - wie in Potsdam;
- die Zahl der Professuren wird extrem reduziert - wie in Berlin;
- Studienorte werden - ohne Rücksicht auf Erreichbarkeit und historisches Gewachsensein
zusammengelegt - wie in Kiel.
Einen besonderen Schildbürgerstreich leistet man sich in diesem
Zusammenhang gegenwärtig in Brandenburg: Ein Institut für Sonderpädagogik ist kürzlich
erst aus Solidaritätsmitteln des Westens eingerichtet, ausgebaut und etabliert worden.
Der zuständige Minister tritt nun von einer noch vor wenigen Monaten gegebenen
Versicherung zurück und dekretiert, daß die Ausbildung in Sonderpädagogik durch die
Berliner Hochschulen übernommen wird. Man kann sich nur noch darüber wundern, wie
deutlich hier auf die Vergeßlichkeit des Steuerzahlers gesetzt wird. Aber es ließen sich
weitere Beispiele für Entkoppelungs- und Entsolidarisierungstendenzen aufführen, wofür
unser Publikationsorgan allerdings nur eine unvollkommene Informationsplattform darstellen
kann.
Für uns und für Sie, liebe Leserin und lieber Leser der
Heilpädagogischen Forschung, können die beklagten Tendenzen nur ein Ansporn sein, die
wissenschaftlich etablierte Behindertenpäd-agogik weiter zu stützen und zu fördern;
denn letztlich zählt in Zeiten, in denen die Bildungs- und Wissenschaftspolitik den
Naturwissenschaften wissenschaftliche Priorität zuordnet, letztlich allein die
wissenschaftliche Leistung, und diesem Kriterium fühlt sich die Heilpädagogische
Forschung verpflichtet. Auch in diesem Heft werden Sie wiederum wissenschaftliche
Leckerbissen" der Be-hindertenpädagogik vorfinden.
Ihr Herbert Goetze |