Heilpädagogische Forschung

Integrative schulische Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit störendem und aggressivem Verhalten: eine Evaluationsstudie 
aus: Heilpädagogische Forschung Nr. 2 1998 Von Barbara Gasteiger-Klicpera und Christian Klicpera

Um die Bedeutung der in den letzten Jahren entwickelten integrativen Betreuung von Schülern mit Verhaltensstörungen an österreichischen Schulen besser einschätzen zu können, wurden zwei Untersuchungen durchgeführt. In der ersten Untersuchung wurden 50 Beratungslehrer und 105 Klassenlehrer zu den Zielen, den Interventionsformen und den Auswirkungen der längerfristigen individuellen Betreuung von insgesamt 220 Schülern befragt. Dabei wurden die Schüler nach dem Ausmaß an störendem und aggressivem Verhalten, das sie zu Beginn der Betreuung gezeigt hatten, in drei Gruppen geteilt. Es zeigte sich, daß sowohl Beratungs- wie auch Klassenlehrer eine deutliche Abnahme von Verhaltensproblemen bei den betreuten Schülern und eine bessere Integration in den Klassenverband feststellten. In einer zweiten Untersuchung wurde die Entwicklung aggressiven Verhaltens und der Opfer von Aggressionen bei betreuten und nicht-betreuten Schülern im Längsschnitt über zwei Schuljahre analysiert. Auch in dieser Untersuchung konnte eine signifikante Abnahme aggressiven Verhaltens bei jenen Schülern festgestellt werden, die anfangs zu den aggressivsten ihrer Klasse gehört hatten und die durch Beratungslehrer betreut worden waren. Die Entwicklung der betreuten Schüler erwies sich als signifikant günstiger sowohl im Vergleich zu jener nicht-betreuter Schüler als auch speziell im Vergleich zu Schülern, bei denen die Lehrer eine Betreuung für angezeigt hielten, die aber keine Betreuung erhalten hatten. Integrated special education services for children with disturbing and aggressive behavior: An evaluation study _ In an effort to evaluate the impact of the recently developed integrated special education services for students with behavior disorders at Austrian schools two investigations were conducted. In the first investigation 50 teachers of the special education service and 105 regular classroom teachers were questioned about the goals, intervention methods and the outcome of longterm individualized work with 220 students. The students were subdivided according to the extent of disturbing and aggressive behavior. It could be shown that special edu-cation teachers as well as regular classroom teachers reported a considerable reduction of behavior problems and better integration into the class of students for whom the special education services were provided. In a second investigation the course of aggressive behavior and of being victimized by peer aggression during two school years was analyzed in students who were or were not cared for by the special education service. In this investigations a significant reduction of aggressive behavior could also be observed in students who belonged initially to the most aggressive students in their class and who were cared for by the special education service. It could be shown that the further development of treated children was signi-ficantly better than the development of children with comparable initial aggression level and that of children for whom their classroom teachers had thought that the service might be helpful and for whom the service was not be provided.
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aktualisiert am 30.01.2003