Heilpädagogische Forschung

Nachschulische Lebensläufe von Schülern mit Verhaltensstörungen in Finnland aus: Heilpädagogische Forschung Nr. 3 1998
Von Markku Jahnukainen (übers. v. Christiane Ritter)

Das Ziel dieser finnischen Längsschnittstudie war es, die Entwicklung ehemaliger Sonderschüler in das weiterführende Ausbildungswesen, in die Berufsfindung und die weitere Bewährung im Erwachsenenalter zu verfolgen. Die der Untersuchung zugrundliegenden Fragen waren: Wie sind die ehemaligen verhaltensauffälligen Jugendlichen nach ihrer Schulzeit zurechtgekommen? Sind sie zum Erhebungszeitpunkt immer noch als teilweise gesellschaftlich fehlangepaßt zu etikettieren?

Die in die Untersuchung einbezogene Klientel (n= 23) hatte ihre sonderschulische Ausbildung in einer kleineren Stadt in Finnland abgeschlossen und 1985_1987 Fördermaßnahmen bei Verhaltensauffälligkeiten durchlaufen. Die qualitative Datenerhebung fand anläßlich von zwei biographischen Interviews in den Jahren 1991 und 1995 statt. Das Hauptergebnis war überraschend positiv: Die meisten Interviewten hatten sich acht bis zehn Jahre nach Schulabschluß zu normalen, unauffälligen Bürgern entwickelt. Lediglich bei drei Personen waren generalisierte Fehlanpassungen auch im Erwachsenenstatus zu beobachten. Wie sich in früheren Follow-Up-Studien bereits gezeigt hatte, wies diese Untergruppe der Sonderschüler eine geringe berufliche Qualifizierung auf.

From special class to where? The post school life-course of Finnish students who have attended special classes for the emotionally and behaviourally disordered

The purpose of the study was to follow-up the life-course of former special class students from the comprehensive school to the further education, work and adulthood. The basic questions were „How have these former malad-justed pupils managed after comprehensive school? Are they still somehow maladjusted as adults in Finnish society?" The members of the study target group (n = 23) have finished the comprehensive school at special classes for pupils with emotional and behavioural difficulties in a small town in southern Finland in 1985_1987. The qualitative data was gathered in two biogra-phical interviews in the years 1991 and 1995. The key finding was very positive: most of the interviewees were quite ordinary Finnish young people after 8 to 10 years finishing their comprehensive schooling; only three have still serious problems in almost all of the important fields of adult life. However, as reported also in earlier follow-up studies, the poor educational status in vocational level is evident for these former special class pupils.

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aktualisiert am 30.01.2003