Heilpädagogische Forschung

Angehörigenarbeit in Einrichtungen der Behindertenhilfe auf dem Prüfstand - Eine Situationsanalyse aus dem Raum Regensburg
aus: Heilpädagogische Forschung Nr. 3 1998
Von Irmgard Schroll-Decker und Monika Kempfle

Angehörigenarbeit gilt in den Einrichtungen der Behindertenhilfe als selbstverständliche Aufgabe, wobei häufig die Auffassung dominiert, sie werde von den Einrichtungen als Anbieter für die Eltern (seltener Geschwister) als Abnehmer konzipiert. Die Institutionen beklagen eine Stagnation in ihrer Elternbildung und sind zum Teil enttäuscht über die mangelnde Resonanz. Die Resultate einer Befragung im Großraum Regensburg zur gegenwärtigen Praxis der Angehörigenarbeit und zum (aus Sicht der Leiter) vermuteten Bedarf weisen darauf hin, daß die im traditionellen Stil vorgefertigten Maßnahmen dem Bedürfnis nach Eigeninitiative und Selbstorganisation der nachfolgenden Elterngenerationen nicht mehr entsprechen. Die Entwicklung neuer Konzepte zur Arbeit mit Angehörigen erfordert eine Differenzierung und Spezifizierung der Formen und Zielgruppen (z.B. Geschwisterseminare).

How effectively do institutions for the handicapped work with clients' families? Survey and evaluation of pro-grams in the Regensburg (Germany) area.

Working with families of handicapped people is a normal component of activities at institutions for the handi-capped. Still dominant in this context is the attitude that institutions are the suppliers of information and parents (or less commonly, siblings) are the consumers. Institutions complain of a stagnation in their parent education programs and are disappointed by this lack of response. The authors conducted a survey in the Regensburg area about current family education programs and ad-ministrators' perceptions as to the need for such programs. The results were twofold: (1) The traditio-nally-run programs fulfill to some extent the needs of older parents; (2) however, they do not address the need of younger parents for self-initiated activities. The de-velopment of new concepts of family education requires a differentiation and specialization of methods according to the target audience (i.e., seminars for nonhandicapped siblings).

zur übersicht des Jahrgangs 98:
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aktualisiert am 30.01.2003