Heilpädagogische Forschung

 
Editorial aus: Heilpädagogische Forschung Nr. 4 1998
Von Herbert Goetze

Mit dem vorliegenden vierten Heft des Jahres 1998 der Heilpädagogischen Forschung treten Veränderungen im Fachbeirat ein: Als neues Mitglied möchte ich Ihnen Prof. Dr. paed. habil. Paul Nater vorstellen.

Paul Nater leitet seit 1994 die Abteilung für Blinden- und Sehbehindertenpädagogik am Institut für Rehabilitationswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin. Sein Berufsweg führte ihn nach dem Staatsexamen für Grund- und Hauptschullehrer in die Blinden- und Sehbehindertenschule; er absolvierte ein Aufbaustudium und wurde schon bald darauf zum Bezirksseminarleiter für Blinden- und Sehebehindertenpädagogik bestellt. Seine akademische Laufbahn begann Paul Nater an der damaligen Pädagogischen Hochschule Ruhr (Dortmund) - heute: Universität Dortmund - als Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Fachrichtung Blinden- und Sehbehindertenpädagogik, wo er 1980 promoviert und 1992 habilitiert wurde. Im Status eines Akademischen Oberrates und Privatdozenten erfolgte schließlich 1994 die Berufung an die Humboldt-Universität zu Berlin. Paul Nater ist mit einem Beitrag zur Theoriebildung zur Kompensation von Sehschädigungsfolgen bereits 1983 in der Heilpädagogischen Forschung als Autor in Erscheinung getreten und hat sich wissenschaftlich mit mehrfachbehinderten Sehgeschädigten und mit dem Einsatz elektronischer Medien bei Sehgeschädigten befaßt. Zu seinen derzeitigen Forschungsschwerpunkten zählt weiterhin die Förderung schwer mehrfachbehinderter blinder Kinder, außerdem beforscht er derzeit Möglichkeiten der Förderung der haptischen sowie der visuellen Wahrnehmung bei Sehschädigung mit Hilfe von Strategien des Tastens und Sehens auf metakognitiver Grundlage. Paul Nater ist somit ein Experte für Fragen primärer Behinderungen und wird in der Funktion als Fachbeiratsmitglied die Heilpädagogische Forschung in Zukunft kritisch begleiten.

Zugleich ist leider zu melden, daß Prof. Dr. Karl-Dieter Schuck von der Universität Hamburg aus dem Fachbeirat ausscheidet, wozu ihn Gründe überstarker beruflicher Belastungen an der Universität Hamburg veranlaßt haben. Wir bedauern sein Ausscheiden sehr, hat seine Mitarbeit doch zu einer deutlichen Qualitätssteigerung der eingereichten Arbeiten beigetragen; zugleich akzeptieren wir seine Entscheidung als klug, denn überbeanspruchungen und beruflicher Dauerstreß führen auf Dauer zu unerwünschten persönlichen Konsequenzen.

Mit großer Betroffenheit müssen wir unserer Leserschaft mitteilen, daß Prof. Dr. Heinz Neukäter von der Universität Oldenburg, ein weiteres Mitglied unseres Fachbeirates, schwer erkrankt ist. Von ganzem Herzen wünschen wir und alle, die sich mit ihm verbunden fühlen, Besserung. Die Gedanken vieler Kolleginnen und Kollegen sind bei ihm. Der hohe Wert seiner Mitarbeit als Fachbeiratsmitglied wird uns in dieser Situation bewußt, wir vermissen seinen Rat und seine Unterstützung.

Abschließend wünschen wir Ihnen nicht nur eine interessante wissenschaftliche Lektüre, sondern auch ein in persönlicher und beruflicher Hinsicht erfolgreiches Jahr 1999. Wir danken Ihnen dafür, daß Sie der Heilpädagogischen Forschung als Leserin/Leser treu geblieben sind. Für uns selbst wünschen wir uns weiterhin Ihr vertieftes Leseinteresse, dem schließlich die Heilpädagogischen Forschung ihre Existenz verdankt. Bedenken Sie bitte, daß das Erscheinen der Heilpädagogischen Forschung in Zeiten schwindender Forschungsförderung weder durch Forschungsförderinstitutionen, noch durch Werbung oder privates Sponsoring gesichert ist, sondern allein durch Sie, die Sie bereit sind, die Heilpädagogische Forschung auch zu Ihrem Eigentum zu machen. Diese Verbundenheit wird uns darin unterstützen, auch 1999 die Ziele der Heilpädagogischen Forschung weiterzuverfolgen.

Ihr Herbert Goetze

 

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aktualisiert am 30.01.2003