Der Leserschaft der HEILPäDAGOGISCHEN FORSCHUNG möchte ich
gern unser neues Beiratsmitglied vorstellen: Prof. Dr. phil. Hans Stadler. Es wird Sie
interessieren, welchen beruflichen Werdegang unser neues Beiratsmitglied genommen hat, und
wo seine wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen.
Hans Stadler ist seit 1990 Professor für Sondererziehung und Rehabilitation bei
Körperbehinderung und chronischer Erkrankung an der Universität Dort mund. Sein
Berufsweg führte ihn nach Abschluß der Volksschule zunächst in den Postdienst. Parallel
dazu besuchte er das Abendgymnasium und erwarb das Abitur. Sein Studium an der
Pädagogischen Hochschule nahm er 1962 auf und war nach dem Lehrerexamen an einer
Landschule tätig. Die Versetzung an die Schule für Sehbehinderte in Mannheim führte zum
Aufbaustudium der Sonderpädagogik in Heidelberg und zur Tätigkeit als Sonderschullehrer.
Nach einem Promotionsstudium wurde er 1974 von der Wirtschafts- und
Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Heidelberg zum Dr. phil. promoviert.
Seine Dissertation "Zum pädagogischen Selbstverständnis von
Sonderschullehrern" (Rheinstetten 1975, 2. Aufl. 1976) befaßte sich mit der
Professionalisierung dieser Lehrergruppe und im empirischen Teil mit deren berufsbezogenen
Einstellungen auch hinsichtlich der schulischen Integration Behinderter. Als Assistent am
Fachbereich Sonderpädagogik der Pädagogischen Hochschule Heidelberg war er der
Lernbehindertenpädagogik zugeordnet. Er übernahm dann eine Dozententätigkeit am
Berufsförderungswerk der Stiftung Rehabilitation Heidelberg und baute an der dortigen
Fachhochschule einen integrierten Studiengang für Behinderte und Nichtbehinderte zum
Diplom-Sozialpädagogen auf. Außerdem leitete er bis zu seinem Wechsel auf eine Professur
am Fachbereich Sozialwesen der Universität Bamberg 1982 die Abteilung Sonderpädagogik
und Sozialpädagogik am Forschungszentrum der Stif tung Rehabilitation.
Mit seiner Berufung an das Institut für Behindertenpädagogik der Universität Hamburg
1986 auf eine Professur für Körperbehindertenpädagogik verlagerte sich sein Schwerpunkt
in Lehre und Forschung wieder in die Sonderschullehrerausbildung. Seine jüngste
Monographie "Rehabilitation bei Körperbehinderung - Eine Einführung in schul-,
sozial- und berufspädagogische Aufgaben" (Stuttgart 1998) ist ein Beitrag zur
sonderpädagogischen Theoriebildung und zur Interdisziplinarität (s. dazu auch meine
Rezension im Heft 1/1999).
Aktuelle Forschungsschwerpunkte liegen in der wissenschaftlichen Begleitung von
Projekten zur Verbesserung des übergangs von der Schule in das Erwachsenenleben sowie in
der Qualifizierung von Fachkräften in der Rehabilitation junger Menschen mit
Schädel-Hirn-Trauma.
Diese kurze persönliche Vorstellung des Kollegen führt zu dem zwingenden Eindruck:
Aufgrund seines beruflichen Lebensweges, v.a. aber aufgrund seines fachlichen Leumunds ist
der Kollege Hans Stadler hervorragend dazu in der Lage, der HEILPäDAGOGISCHEN FORSCHUNG
mit Rat und Tat, v.a. bei der Begutachtung der eingehenden wissenschaftlichen Beiträge,
zur Seite zu stehen, deshalb bin ich froh, ihn von dieser Ausgabe ab als
wissenschaftliches Beiratsmitglied begrüßen zu können.
Inhaltlich wird diese Ausgabe Ihnen wiederum eine breite Palette von unterschiedlichen
Themen aktueller Forschungen anbieten. So erwartet Sie eine kritische Aufarbeitung der
sich in Deutschland immer weiter verbreiten den Gestützten Kommunikation, deren
Grundannahmen deutlich hinterfragt werden. Dann schließen sich eine Studie zum
selbstregulativen Verhalten von lernbeeinträchtigten Schülern, eine weitere Validierung
des Klauerschen Denktrainings sowie die Vorstellung des Göttinger Entwicklungstests der
taktil-kinästhetischen Wahrnehmung an. Die HEILPäDAGOGISCHE FORSCHUNG informiert Sie
also weiterhin über aktuelle Fragen der Behindertenpädagogik.